Ein Mietwagen in Jordanien ist oft die beste Einzelentscheidung, die Individualreisende auf ihrer Reise treffen. Er eröffnet den King’s Highway — eine der großen Straßenreisen des Nahen Ostens — zusammen mit den Wüstenschlössern des Ostens, den versteckten Dörfern der Dana-Hochebene und der Möglichkeit, Petra oder Wadi Rum zu einer selbst gewählten Stunde zu erreichen statt nach dem Busfahrplan.
Er bringt aber auch echte Überlegungen mit sich: Ammans Verkehr ist herausfordernd, Versicherungsentscheidungen sind wichtig, und ein Internationaler Führerschein ist keine bloße Formalität. Dieser Leitfaden gibt Ihnen das vollständige, ehrliche Bild.
Das Argument für einen Mietwagen in Jordanien
Jordanien ist ein kleines Land mit großen Distanzen zwischen den Hauptattraktionen und praktisch keinem nützlichen öffentlichen Nahverkehr zu vielen davon. Der JETT-Bus deckt Amman–Petra und Amman–Aqaba zuverlässig ab. Darüber hinaus erfordert das Reisen mit öffentlichen Verkehrsmitteln Minibuss, die keinen festen Fahrplan kennen, individuell ausgehandelte Taxis für jede Fahrt, oder organisierte Touren, bei denen man an den Zeitplan anderer gebunden ist.
Ein Auto beseitigt all diese Reibung. Die Wüstenautobahn ist gerade, schnell und gut beschildert. Der King’s Highway durch Madaba, Karak und Dana ist kurvenreich und langsam, aber vollständig navigierbar. Selbst die Wüstenschlösser östlich von Amman — Qasr Amra, Qasr Kharana — sind mit einem Auto und funktionierendem GPS einfach zu erreichen.
Das Argument dagegen: Wenn die Reiseroute nur Amman–Petra–Wadi Rum–Aqaba ist und nichts weiter, kann eine Kombination aus JETT-Bus (für Amman–Petra oder Amman–Aqaba) plus lokale Taxis im Süden günstiger und weniger stressig sein. Ein Privatfahrer ist auch für kurze Trips sinnvoll, bei denen lokales Wissen ohne Fahrverantwortung gewünscht wird.
Mietkosten 2026
Dies sind realistische Marktpreise, keine Aktionspreise:
| Fahrzeugtyp | Tagesrate (nur Fahrzeug) | Mit Vollkasko |
|---|---|---|
| Kompaktwagen (Kia Picanto, Hyundai i10) | 35–50 JOD | 55–80 JOD |
| Mittelklasse (Toyota Corolla, Hyundai Elantra) | 50–65 JOD | 70–95 JOD |
| Mittelklasse-SUV (Hyundai Tucson, Toyota RAV4) | 65–80 JOD | 85–110 JOD |
| 4×4 / Vollgröße-SUV | 80–120 JOD | 100–150 JOD |
Wochenmietverträge sind üblicherweise 15–20% günstiger pro Tag als Tagespreise. Flughafenabholung kostet bei großen Anbietern gleich viel wie Stadtabholung; einige lokale Anbieter erheben einen kleinen Flughafenzuschlag.
Kraftstoff kostet etwa 10–15 JOD pro Tag für normales Tourismusfahren (Wüstenautobahn oder King’s Highway mit rund 100–150 km/Tag). Benzin kostet etwa 0,90 JOD/Liter an den meisten Tankstellen.
Maut auf der Wüstenautobahn (Highway 15) beläuft sich auf ca. 1,50–3 JOD für die gesamte Strecke Amman–Aqaba. Kleingeld oder 1-JOD-Scheine bereithalten.
Welche Mietanbieter nutzen
Internationale Marken (Avis, Hertz, Sixt, Europcar) haben alle Schalter am Queen-Alia-Internationalen-Flughafen und Büros in Amman. Sie bieten:
- Etablierte Versicherungsprogramme mit klaren Bedingungen
- Englischsprachige Verträge
- Im Durchschnitt besser gepflegte Fahrzeugflotten
- Pannendienstnetzwerke
- Zuverlässigeren Service bei Problemen
Lokale Anbieter (Reliable Car Rental, Oryx, Rent-a-Reliable) können 20–30% günstiger sein. Die meisten sind seriös und betreiben vernünftige Fahrzeuge. Das Risiko ist Inkonsistenz: Wenn man auf dem King’s Highway eine Panne hat, variieren Reaktionszeit und Servicequalität stärker. Vor der Buchung eines lokalen Anbieters aktuelle Bewertungen prüfen.
Flughafenbuchung: Walk-in-Preise an Flughafenschaltern sind generell höher als die Online-Vorbuchung. 2–4 Wochen im Voraus über die Websites der internationalen Marken buchen für die besten Preise.
Führerscheinvoraussetzungen
Jordaniens offizielle Position ist, dass neben dem nationalen Führerschein ein Internationaler Führerschein (IDP) erforderlich ist, um im Land einen Wagen zu mieten und zu fahren. In der Praxis:
- Die meisten Mietfirmen vermieten auch nur mit einem nationalen Führerschein aus EU-Ländern, USA, UK, Australien und Kanada
- Polizeikontrollen (häufig auf der Wüstenautobahn) fragen selten nach dem IDP
- Bei einem Unfall ohne vorhandenen IDP können sich Versicherungsansprüche verkomplizieren
Der praktische Rat: Einen IDP besorgen. Er kostet umgerechnet 15–30 USD/GBP/EUR beim nationalen Automobilclub, wird in ein bis zwei Tagen ausgestellt und eliminiert jede Mehrdeutigkeit. Er ist ein Jahr gültig.
Jordanien erkennt nicht alle Führerscheine gleichermaßen an. Wenn der Führerschein in einem nicht-lateinischen Alphabet (Arabisch, Chinesisch, Japanisch, Koreanisch) ohne englische Übersetzung ausgestellt ist, wird ein IDP fast sicher benötigt. Bei der Buchung mit dem Mietanbieter klären.
Versicherung: die wichtigen Entscheidungen
Hier erfordert das Mieten in Jordanien die sorgfältigste Aufmerksamkeit.
Was üblicherweise im Basispreis inbegriffen ist:
- Haftpflichtversicherung (in Jordanien gesetzlich vorgeschrieben)
- Kollisionsschaden-Verzicht (CDW) — aber meist mit einem erheblichen Selbstbehalt von 300–600 JOD
Was das CDW üblicherweise NICHT abdeckt:
- Reifenschäden
- Windschutzscheibenschäden (sehr häufig auf der Wüstenautobahn durch Steinschlag von Lastwagen)
- Unterbodenachäden (relevant auf rauen Pisten)
- Diebstahl (separate Diebstahlschutz-Deckung ist üblicherweise erhältlich)
- Schäden am Dach oder Spiegeln in engen Situationen
Unsere klare Empfehlung: Die Vollkasko-Erweiterung nehmen. Diese kostet üblicherweise zusätzlich 20–30 JOD pro Tag und reduziert oder eliminiert den Selbstbehalt. Angesichts der Häufigkeit von Windschutzscheiben-Steinschlägen und den gelegentlich engen Straßen des King’s Highway lohnt sie sich. Vor der Unterzeichnung genau prüfen, was die Volldeckung beinhaltet und was ausgeschlossen ist.
Kreditkartenversicherung: Einige Premium-Kreditkarten (Amex, bestimmte Visa Signature/Mastercard Platinum-Karten) bieten Mietwagen-Kollisionsschutz als Vorteil. Wenn das der Fall ist, das Kleingedruckte sorgfältig lesen — viele schließen Jordanien explizit aus, und die meisten schließen 4×4-Fahrzeuge aus. Vor dem Verlassen auf diese Deckung mit dem Kartenaussteller verifizieren.
Straßenverhältnisse und Fahrwirklichkeit
Die Wüstenautobahn (Highway 15): Schnell, gut asphaltiert, gute Beschilderung auf Arabisch und Latein. Lastwagen sind häufig und groß — ausreichend Abstand halten. Geschwindigkeitskameras funktionieren an festen Punkten. Geschwindigkeitsbegrenzung üblicherweise 110 km/h außerhalb von Ortschaften, 50–60 km/h durch Dörfer.
Der King’s Highway: Langsamer (4–5 Stunden für Madaba–Aqaba einplanen gegenüber 2,5 Stunden auf der Wüstenautobahn), kurvenreich durch die Hochebenen mit spektakulären Ausblicken über den Rift Valley des Toten Meeres und hinunter nach Dana und Wadi Rum. Die Straße ist durchgehend asphaltiert, hat aber stellenweise enge Kurven. Nicht für ängstliche Fahrer empfohlen, aber für jeden problemlos machbar, der europäische Gebirgsstraßen gewohnt ist.
Wüstenschloss-Straßen östlich von Amman: Die Hauptstraße zu Qasr Amra und Qasr Kharana ist asphaltiert (Highway 40 östlich von Zarqa). Die letzten Abschnitte zu Qasr al-Hallabat umfassen kürzere Abschnitte mit rauem Teer, erfordern aber kein 4×4.
Wadi-Rum-Zufahrtsstraße: Asphaltiert bis Wadi-Rum-Dorf. Die Wüste selbst erfordert ein 4×4 mit Beduinenführer — das Mietauto wird nicht in die Wüste gefahren.
Nachtfahrten: Auf ländlichen Straßen nach Einbruch der Dunkelheit meiden. Vieh (Kamele, Schafe, Esel) wandert auf unbeleuchtete Straßen und ist bis auf kurze Distanz praktisch unsichtbar. Wenn Wadi Rum spät nachts erreicht wird, entweder im Dorf übernachten und am nächsten Morgen mit dem Camp-Führer die Wüste betreten, oder einen Führerabholservice vom Dorf buchen.
Amman-Stadtverkehr: Herausfordernd. Die Stadt ist auf Hügeln gebaut, mit komplexen Kreuzungen, aggressiven Spurwechseln und begrenzter Beschilderung für bestimmte Stadtviertel. GPS ist unverzichtbar. Parken in der Altstadt ist wirklich schwierig — ein kostenpflichtiges Parkhaus nutzen oder weit außerhalb parken und zu Fuß gehen oder eine kurze Careem-Fahrt nehmen. Wenn die Jordanien-Reise ausschließlich den Wüstensüden betrifft, den Mietwagen am Aqaba-Flughafen statt in Amman abholen — das eliminiert das Stadtfahren völlig.
Der King’s Highway: die beste Selbstfahrer-Route
Der King’s Highway von Madaba nach Petra ist das stärkste Argument für einen Mietwagen in Jordanien. Kein Gruppenbus fährt diese Strecke — Reiseveranstalter nutzen die schnellere Wüstenautobahn.
Madaba nach Karak: 60 km, ca. 1,5 Stunden. Die Straße überquert den Wadi-Mujib-Canyon — ein dramatischer Abfall von 900 Metern auf wenigen Kilometern, mit einem Aussichtspunkt-Parkplatz oben. Karak Castle (Kreuzfahrer, 12. Jahrhundert) liegt im Zentrum der Stadt Karak.
Karak nach Dana: 80 km, 1,5 Stunden. Die Straße geht weiter nach Süden entlang des Kamms. Dana-Dorf wird über einen 3 km langen unbefestigten Abzweig erreicht (bei trockenen Bedingungen mit einem Standardwagen machbar — bei Regen meiden). Das Dana-Biosphärenreservat ist eine der bemerkenswertesten Landschaften Jordaniens.
Dana nach Petra (über Shobak): 70 km, 1,5 Stunden. Shobak Castle (eine weitere Kreuzfahrerfestung, kleiner als Karak, weniger besucht) ist ein lohnenswerter 30-minütiger Umweg. Die Straße steigt von Norden her nach Wadi Musa ab — ein anderer Anfahrtsweg nach Petra als die Wüstenautobahn.
Petra nach Aqaba (Wüstenautobahn): 130 km, 2 Stunden. Der King’s Highway setzt sich technisch gesehen südlich von Petra durch Wadi Rum fort, aber die meisten Selbstfahrer nehmen für die Geschwindigkeit die Wüstenautobahn südlich von Ma’an. Der Abzweig nach Wadi Rum ist von der Autobahn aus klar beschildert.
Wüstenschlösser östlich von Amman
Die ummayyadischen Wüstenschlösser (Qasr Amra, Qasr Kharana, Qasr al-Hallabat, Azraq) sind per Mietwagen in einem langen Tagesausflug ab Amman erreichbar. Kein öffentlicher Nahverkehr bedient diese Route. Qasr Amra ist UNESCO-Weltkulturerbe (Wandmalereien aus dem 8. Jahrhundert); Qasr Kharana ist strukturell außerordentlich gut erhalten. Azraq (100 km östlich von Amman) ist eine Oasenfeuchtgebiet-Reserve — das einzige permanente Wasser in 12.000 km² umgebender Wüste.
Wann man keinen Mietwagen nehmen sollte
- Wenn die gesamte Reiseroute Amman + Petra + Aqaba ohne Ausflüge ist: JETT-Bus plus lokale Taxis kann einfacher und günstiger sein
- Wenn man nicht mit lebhaftem Stadtverkehr im Nahen Osten vertraut ist (Ammans Stoßverkehr ist erheblich)
- Wenn man alleine reist und kostengünstiger Transport wichtig ist — die Tagesmietkosten auf eine Person verteilt summieren sich
- Wenn man eine sehr kurze (3–4-tägige) Reise fokussiert auf Petra und Wadi Rum macht — ein Privatfahrer für diese Tage ist oft besseres Preis-Leistungs-Verhältnis
Tankstellen und Kraftstoff-Praktisches
Jordan hat Vollservice-Tankstellen — Tankwarte zapfen das Benzin. Vor oder nach dem Tanken bezahlen, entweder bar oder per Karte. Bei der Tankstelle angeben, welchen Kraftstoff das Fahrzeug benötigt (die meisten Mietwagen sind Benziner; bei der Abholung bestätigen).
Tankstellen an der Wüstenautobahn alle 40–60 km. Der King’s Highway durch den Hochlandabschnitt (Karak nach Shobak) hat weniger Tankstellen — in Karak volltanken, bevor man nach Süden nach Dana oder Ma’an fährt.
Trinkgeld für den Tankwart von 0,50 JOD ist eine nette Geste, aber nicht erforderlich.
Parken
Amman: Bezahlparkplätze in zentralen Bereichen füllen sich schnell. Parkhäuser gibt es in Abdali und beim City Mall. Viele Hotels bieten Gästeparkplätze.
Petra/Wadi Musa: Großer kostenloser Parkplatz beim Petra-Besucherzentrum. Der Mietwagen ist hier über Nacht sicher.
Wadi Rum: Kostenloser Parkplatz beim Besucherzentrum am Eingang des Schutzgebiets. Das Auto hier parken und mit einem Beduinenfahrer in die Wüste fahren.
Aqaba: Gutes Parken überall in der Stadt, generell kostenlos oder sehr günstig.
Totes-Meer-Resorts: Alle großen Hotels bieten kostenlosen Parkplatz.
Häufige Fragen
Kann ich den Mietwagen über Jordaniens Grenzen mitnehmen?
Einige Anbieter erlauben grenzüberschreitende Mietverträge (Jordanien → Israel, Jordanien → Ägypten per Fähre). Dies erfordert spezifische Vorabvereinbarung, zusätzliche Versicherung und üblicherweise eine Extragebühr. Bei der Buchung explizit beim Mietunternehmen nachfragen. Die meisten lokalen Anbieter erlauben es überhaupt nicht; große internationale Marken erlauben möglicherweise die Israel-Überquerung, aber selten Ägypten.
Muss ich Arabisch sprechen, um zu navigieren?
Nein. Google Maps und Waze funktionieren in Jordanien mit englischsprachiger Navigation zuverlässig. Hauptstraßenschilder sind sowohl auf Arabisch als auch in lateinischer Schrift. An Tankstellen und Mautstellen reichen einfache Gesten und Zahlen. Ein paar Arabisch-Phrasen (Danke = Shukran, Wie viel = Add-aysh) werden geschätzt, sind aber nicht erforderlich.
Was tun, wenn der Mietwagen eine Panne hat?
Die Pannennummer des Mietunternehmens anrufen (im Mietvertrag angegeben). Große Anbieter haben einfache Pannenhilfe. Mobilfunkabdeckung auf der Wüstenautobahn und in der Nähe großer Städte ist generell gut. Auf dem King’s Highway durch abgelegene Hochlandabschnitte kann das Signal schwach sein. Die Nummer des Mietunternehmens vor der Abfahrt offline speichern.
Gibt es ein Mindestalter für Mietwagen in Jordanien?
Typischerweise 21 Jahre, wobei einige Anbieter für bestimmte Fahrzeugkategorien 25 Jahre verlangen. Einige Anbieter erheben einen Jungfahrerzuschlag (3–5 JOD/Tag) für Mieter unter 25. Bei der Buchung mit dem Anbieter bestätigen.
Brauche ich ein SUV oder reicht ein normales Auto?
Für die Wüstenautobahn und den King’s Highway (Hauptstraßen): Ein normaler Kompaktwagen reicht. Für Wüstenschloss-Nebenstraßen: Ein SUV oder Crossover ist komfortabler. Im Wadi-Rum-Schutzgebiet selbst sind Sie auf lokale Jeeps angewiesen — das Mietauto bleibt beim Besucherzentrum.
Was mache ich bei einer Panne in der Wüste?
Jedes Mietunternehmen stellt eine Pannennummer bereit. Reaktionszeit in entlegenen Gebieten: 2–4 Stunden. Sicherstellen, dass der Mietwagen ein Ersatzrad und einen funktionsfähigen Wagenheber hat. Wüstenautobahn: alle 50–80 km Tankstellen. King’s Highway: seltener — bei halbvollem Tank nachfüllen.